Instrumente Urte Lucht

URTE LUCHT

CEMBALO UND HAMMERKLAVIER

AUF HISTORISCHEN INSTRUMENTEN

AKTUELLES

Verliebte Demuth - Johann Mattheson und Aurora von Königsmarck oder Hamburgs Weg aus der musikalischen Provinz

Sonntag, 11. November um 11 Uhr, Berlin Musikinstrumentenmuseum, im Rahmen von "Alte Musik live"

 

 

 

 

 

 

 

 

Urte Lucht, Cembalo, und Stephan Mester, Texte und Tanz, gestalten dieses Causerie-Konzert rund um Matthesons Erstling „Das neu-eröffnete Orchestre“.

 

Musikinstrumentenmuseum Berlin

 

Französisches Cembalo von Johannes Hinrichsmeyer, Berlin 1984

Zweimanualiges Cembalo, Kopie nach Blanchet, Paris um 1730, außen schwarze Schellackpolitur mit Kassetten aus Goldbronzen.

 

Zwei 8-Fuß-Register, ein 4-Fuß-Register, Schiebekoppel, Lautenzug für das Untermanual.

 

Die französische Bauweise erzeugt den typischen Klang eines Franzosen: brilliante Mittellage, singende Höhe und voller, sonorer Baß. Ideal geeignet für Barockmusik aus Frankreich, frühe Klassik, Werke von Scarlatti und

neue Musik des 20. Jahrhundert.

 

Vernissage "Projekte"

Freitag, 7. September 2018 um 19.00 Uhr, Wassermühle Karoxbostel

Karoxbosteler Chaussee 51, 21218 Seevetal

 

 

 

 

 

 

Vernissage der Ausstellung "Projekte" mit Almut Andersson, Holzbildhauermeisterin, und Ralph Bühr, Zeichner.

Urte Lucht, Cemblo, spielt Variationen aus den "Goldbergvariationen" von J.S. Bach

 

"Sonaare" Aarau

3. August 2018, Pauluskirche Aarau

 

www.sonaare.ch

 

Olivia Betschart, Gesang

Andreas Betschart, Barockposaune

Urte Lucht, Cembalo

Stephan Mester, Moderation und Tanz

Sprünge - Barock und Avantgarde

Mittwoch, 2.Mai 2018 um 20:00 in der Kunsthalle Altdorf

 

Werke von Erhan Sanri, Domenico Scarlatti & Padre Antonio Soler

Urte Lucht - Cembalo, Markus Märkl, Cembalo

 

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Lahrer Zeitung

Badische Zeitung

Deutsches Cembalo von Othmar Zumbach,  Wetzikon 1983

Zweimanualiges Cembalo nach mitteldeutschen Vorbildern aus massivem Kirschholz mit gedrechselten Füßen und Kirschholzspringern, Resonanzbodenbemalung von Silvia Zumbach.

 

Zwei 8-Fuß-Register, ein 4-Fuß-Register, Schiebekoppel.

 

"QVAE QVONDAM CERASIS PLACVI NUNC VOCE VIGEBO"

 

"Der ich mit Kirschen einst so wohl gefallen habe,  erquicke jetztund euch mit meiner Thöne Labe"

 

In dieser Inschrift, versteckt hinter der Tastaturabschlußleiste, verbirgt sich nicht nur die Jahreszahl der Herstellung in römischen Ziffern, sondern auch die mehrfache Freude, die man an einem Kirschbaum haben kann:  im Frühling erfreut man sich an den Blüten, im Sommer an den Früchten und wenn  dann der Stamm zu einem Cembalo verarbeitet wird, kann man den Klang genießen.

 

Othmar Zumbach studierte die Bauweise deutscher Cembali Anfang des 18. Jahrhunderts, um dann einen Satz von vier Instrumenten zu bauen, die den vier Jahreszeiten zugeordnet werden können:  Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Jedes Instrument hat einen spezifischen Klang, der durch die Wahl des Holzes, des Saitenmaterials, der inneren

Konstruktion, der Bearbeitung des Resonanzbodens entsteht.

Das Kirschbauminstrument, liebevoll Chriesi (schweizerdeutsch für „Kirschen“) genannt, ist natürlich dem Sommer gewidmet:

 

Ein frischer, heller Klang, trennscharf und deutlich, besonders für poliphone Stücke mit ineinander verwobenen Stimmen geeignet und damit das ideale Cembalo für Werke von Johann Sebastian Bach.

 

 

Hammerflügel von Werner Keil, Schriesheim 1990

Zweichörig besaiteter Hammerflügel, Kopie nach Johann Andreas Stein, Augsburg 1787, Gehäuse einfach geschwungen,außen mit kunstvollen Intarsien aus Kirschholz furniert.

 

Wiener Mechanik, Stiefeldämpfung, zwei Kniehebel (Moderator und Dämpfungs-aufhebung).

 

Der berühmte Klavier- und Orgelbauer Johann Andreas Stein, Schüler von Johann Andreas Silbermann, gilt als Erfinder der Prellmechanik mit Auslösung, die ein sofortiges Zurückfallen des Hammers nach dem Anschlage bewirkt. Dies ermöglicht ein leichtes und schnelles Spielen.

W.A. Mozart äußert sich in seinem Brief vom 17.Oktober 1777 begeistert über die Hammerklaviere von Stein ...“ehe ich noch vom Stein seiner Arbeit etwas gesehen habe, waren mir die spättischen Clavier (F.J. Späth) die liebsten; nun muß ich aber den steinischen den Vorzug lassen; denn sie dämpfen noch viell besser. ..

Seine Instrumente haben besonders das vor anderen eigen, daß sie mit Auslösung gemacht sind. Da gibt sich der hundertste nicht damit ab. Aber ohne Auslösung ist es halt nicht möglich, daß ein Piano forte nicht schebere oder nachklinge...“

Der zauberhafte Klang dieses Hammerflügels hat in der Höhe das Wesen einer Flöte, in der Tiefe erinnert er an ein Fagott und die Mittellage läßt eine breite Palette an Farben zu.

Die Werke der Wiener Klassiker Mozart, Haydn und Beethoven und anderer Komponisten aus der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts lassen sich auf so einem Instrument am besten spielen.

 

Originaler Hammerflügel von Matthäus Andreas Stein, Wien 1829

Dreichörig besaiteter Hammerflügel, doppelt geschwungene Gehäuseform, außen mit Mahagoni furniert, innen mit Ahorn.

 

Wiener Mechanik, Stiefeldämpfung, zwei Pedale (Verschiebung und Dämpfungs-aufhebung)

 

Matthäus Andreas Stein wurde 1776 als zwölftes Kind des berühmten Klavierbauers Johann Andreas Stein geboren. Nach dem Tod seines Vaters führte er mit seiner Schwester Nannette (eigentlich Marie Anna) das Geschäft in Augsburg weiter, bis sie 1794 in die Weltstadt Wien übersiedelten.

Das bekannteste Instrument aus der Wiener Werkstatt Steins steht heute in Zwickau im Robert Schumann Haus und zierte jahrelang die Rückseite des 100,- DM – Geldscheines.

Die meisten der erhaltenen Hammerflügel von M. A. Stein stehen heute in Museen. Es ist eine Seltenheit, solch ein Instrument aus dem Todesjahr Schuberts im Konzertsaal hören zu können.

Das Publikum ist jedes Mal fasziniert von dem samtweichen, wandlungsfähigen Klang, der  die Werke der Frühromantik in einem ganz neuen Licht erscheinen läßt.

Traumhaft ist die Verbindung mit Gesang.